Artikel: Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen – Was kann ich tun?

Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen: Was können Angehörige tun?

Der Hamburger Senat hat aufgrund der Corona Pandemie die Regelungen für stationäre Pflegeeinrichtungen verschärft. Pflegebedürftige Menschen, die oftmals durch Vorerkrankungen besonders gefährdet sind, erhalten durch eine Besuchssperre einen besonderen Schutz.

Diese Maßnahme ist unumgänglich, um alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtungen zu schützen. Gleichzeitig stellt das eine hohe Herausforderung dar für die betreuten Menschen und ihre Angehörigen.

Auch Pflegeeinrichtungen stehen in dieser besonderen Situation vor vielen Anforderungen. Die Angehörigen der Bewohner sind oftmals wie ein „Bestandteil“ der Teams. Sie sind täglich bis wöchentlich in den Einrichtungen, sind in Krisensituation für die Bewohnerinnen und Bewohner da und kümmern sich auch um andere, die ein offenes Ohr brauchen.

Dieser feste Bestandteil fehlt nun vor allem den Pflegebedürftigen in den Einrichtungen. Aber auch für die Angehörigen selbst ist es schwer, den Ehepartner oder Eltern nicht mehr zu sehen. Das keiner absehen kann, wie lange dieser Zustand anhält, verschärft die Situation und vergrößert das Gefühl von Sorge, Verlust, Vermissen, Trauer oder Wut.

Die Pflegeeinrichtungen stellen sich der neuen Situation. Viele setzen kreative Ideen um, um mit den Angehörigen in Kontakt zu bleiben und das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner ohne ihre Angehörigen so angenehm wie möglich zu gestalten.

Im Folgenden finden Sie einige Tipps für Sie als pflegende Angehörige, wie sie gut in Kontakt mit Ihren Partnern, Eltern, Großeltern oder Freunden im Pflegeheim bleiben können. Diese Ideen sind Anregungen für Entlastung in der besonderen Zeit:

  • Bleiben Sie im Kontakt mit der Pflegeeinrichtung, in der Ihre Angehörige, Ihr Angehöriger lebt und halten Sie sich über mögliche Angebote der Einrichtung auf dem Laufenden.
  • Schreiben Sie Briefe oder Postkarten an Ihre Angehörige in den Pflegeeinrichtungen.
  • Telefonieren Sie mit ihren Angehörigen. Wenn möglich und erwünscht vereinbaren Sie Termine mit der Pflegeeinrichtung.
  • Basteln Sie eine Collage oder richten Sie einen beweglichen digitalen Bilderrahmen ein.
  • Erkundigen Sie sich, ob Videotelefonie in der Einrichtung möglich ist.
  • Versuchen Sie Rituale beizubehalten (zum Beispiel die Tagesschau gucken oder Gottesdienste im TV).
  • Geben Sie die Lieblingsblumen ihres Angehörigen am Empfang der Einrichtung ab.
  • Packen Sie kleine Pakete für Ihre Angehörigen, mit Rätseln, Bildern oder Süßigkeiten.
  • Überlegen Sie was Sie ihrem Angehörigen zu Ostern in die Einrichtung bringen können, um vertraute Traditionen beizubehalten (zum Beispiel besondere Süßigkeiten, Speisen, Lieder oder ähnliches)
  • Erfragen Sie, ob die Einrichtungen weitere Möglichkeiten der Vernetzung einrichten.

Im Video sehen Sie  alle Tipps auch noch einmal : https://www.youtube.com/watch?v=b5njlQiUpqc

In Hamburg gibt es mehrere Möglichkeiten für pflegende Angehörige, für Seniorinnen und Senioren, Beratung und Hilfe zu erhalten oder anzubieten:

Hamburger Angehörigenschule 040/ 416 246 51 (Montag-Freitag 9-16 Uhr) www.hamburgerangehoerigenschule.de

Hamburg Hilft Senioren 040/ 428 28 8000 (Montag-Sonntag 7-19 Uhr) www.hamburg.de/coronavirus/senioren/

Telefon Seelsorge 0800/ 111 0 111 (Rund um die Uhr), www.telefonseelsorge-hamburg.de

Bei Fragen oder Anregungen melden Sie sich gerne bei uns!